Inselhopping Kroatien 2026: Routen, Fähren & Geheimtipps
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 07 Mar, 2026
Inhalt
Kroatien hat über 1.200 Inseln. Davon sind 47 bewohnt, und ein Dutzend lohnt sich wirklich. Das Problem: Die meisten Besucher schaffen nur eine – Hvar, wenn sie trendy sein wollen, Krk, wenn sie mit dem Auto kommen. Dabei ist Inselhopping in Kroatien überraschend einfach.
Die Fähren fahren regelmäßig, die Distanzen sind kurz, und jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Von den mondänen Buchten Hvars bis zu den menschenleeren Klippen auf Cres – wer sich Zeit nimmt, erlebt ein völlig anderes Kroatien als die Festlandtouristen. Dieser Guide erklärt, wie du das Beste herausholst, welche Routen sich lohnen und was du über Fähren, Budget und Logistik wissen musst.
Route 1: Norddalmatien – Zadar, Ugljan, Pasman und Dugi Otok
Die Zadar-Inseln sind der unterschätzte Einstieg ins Inselhopping. Keine Partyszene, keine Influencer-Hotspots – dafür Olivenhaine, leere Strände und Fischerdörfer, in denen die Zeit langsamer läuft. Die Verbindungen ab Zadar sind häufig und günstig, was diese Route besonders unkompliziert macht.
Dauer: 5–7 Tage Schwierigkeit: Einfach (kurze Fährstrecken, häufige Verbindungen)
Zadar als Ausgangspunkt
Zadar ist mehr als ein Fährterminal. Wer einen Tag vor dem Inselhopping einplant, bereut es nicht. Die Meeresorgel an der Uferpromenade, die römischen Ruinen mitten in der Altstadt und der Sonnengruß – Zadar hat sich in den letzten Jahren von der Durchgangsstation zum echten Reiseziel entwickelt. Abends sitzt man auf der Riva, trinkt Maraska-Likör und schaut den Fähren zu, die in Richtung Inseln ablegen. Der Fährhafen liegt direkt neben der Altstadt, also kein Taxi nötig.
Ugljan – Die Vorortinsel
Fähre ab Zadar nach Preko: 25 Minuten, alle 1–2 Stunden, Fußpassagiere zahlen etwa 3 Euro. So nah, dass Einheimische aus Zadar hier ihre Wochenendhäuser haben. Ugljan ist keine spektakuläre Insel – und genau das ist ihr Reiz. Die Ostseite schaut auf Zadar, die Westseite auf offenes Meer und einsame Buchten. In Preko gibt es eine kleine Festung oberhalb des Dorfes, die kaum jemand besucht, obwohl der Ausblick auf Zadar und den Kanal fantastisch ist. Die Olivenhaine im Inneren der Insel gehören zu den ältesten Dalmatiens – manche Bäume sind über 500 Jahre alt. Das Dorf Kukljica im Süden hat einen der charmantesten Fischerhäfen der Adria, mit einer Handvoll Konobas direkt am Wasser.

Pasman – Noch eine Stufe ruhiger
Eine Brücke verbindet Ugljan und Pašman, also kein Fährticket nötig. Pašman ist weniger besiedelt, die Strände sind leerer, die Dörfer verschlafener. Das Benediktinerkloster bei Tkon im Süden stammt aus dem 12. Jahrhundert. Von Tkon fahren Fähren direkt zurück nach Biograd na Moru auf dem Festland – oder weiter nach Dugi Otok. Die Westseite der Insel hat einige der schönsten versteckten Badebuchten dieser Inselgruppe, die man zu Fuß oder mit dem Rad erreicht. Pašman eignet sich gut als Zwischenstopp für ein bis zwei Nächte, bevor es auf die richtige Inselschönheit geht.
Dugi Otok – Die lange Insel
Fähre ab Zadar nach Brbinj oder Božava: 1,5 bis 2 Stunden. Dugi Otok ist 45 Kilometer lang und an manchen Stellen nur einen Kilometer breit – eine Insel wie ein Streifen Land im Meer. Der Norden ist sanft, bewachsen, mit den Dörfern und dem legendären Strand Sakarun: flaches, türkises Wasser, Kiefern bis an den Sand, kein Hotel in Sicht. Der Süden gehört dem Telašćica-Naturpark – Steilklippen, die 160 Meter ins Meer abfallen, ein Salzsee im Landesinneren und eine Stille, die man in Dalmatien sonst kaum noch findet. Von Sali, dem größten Ort im Süden, starten Bootsausflüge in den Kornati-Nationalpark. Die Kornaten sind karge, unbewohnte Inseln – über 80 Stück, ohne Süßwasser, ohne Bäume, nur Fels und Meer. Wer auf Dugi Otok drei Nächte einplant, hat genug Zeit für Sakarun, Telašćica und einen Kornati-Ausflug. Zurück geht es mit der Fähre direkt nach Zadar.
Route 2: Mitteldalmatien – Split, Brac, Hvar, Vis und Korcula
Die Königsroute. Vier Inseln, jede mit eigenem Charakter, und Split als lebhafter Startpunkt. Das ist die Route, die in jedem Reiseblog steht – weil sie funktioniert. Die Verbindungen sind die besten im ganzen Land, und die Inseln ergänzen sich perfekt: Brač für Strände, Hvar für Nightlife und Weingüter, Vis für Einsamkeit, Korčula für Geschichte.
Dauer: 8–12 Tage (mindestens 7 für die Kurzversion ohne Vis) Schwierigkeit: Einfach bis mittel (viele Verbindungen, aber Vis und Korčula erfordern Planung)
Split – Mehr als nur Umsteigen
Mindestens einen Tag einplanen. Der Diokletianpalast ist kein Museum – es ist ein lebendiges Viertel, in dem 3.000 Menschen wohnen, Wäsche über römischen Bögen hängt und man in einer Bar im Keller des Kaisers Wein trinkt. Der Marjan-Hügel über der Stadt bietet Wanderwege mit Blick auf die Inseln, und wer morgens über den Fischmarkt geht, sieht, was abends in den Konobas auf den Tellern liegt.
Brac – Der Strandklassiker
Autofähre ab Split nach Supetar (50 Minuten, häufig) oder Katamaran nach Bol auf der Südseite. Brač ist die nächstgelegene große Insel und wird oft als Tagesausflug abgehakt – ein Fehler. Zlatni Rat bei Bol ist der berühmteste Strand Kroatiens: eine Kieselzunge, die je nach Wind und Strömung ihre Form ändert. Die meisten kommen, fotografieren und fahren zurück. Wer bleibt, entdeckt die Steinbrüche von Pučišća, aus denen der Stein für den Diokletianpalast und das Weiße Haus in Washington kam. Das Dorf Škrip im Inselinneren hat ein kleines Museum über die Olivenölproduktion, und die Konobas zwischen Nerežišća und Škrip servieren Lamm vom Grill, das besser ist als alles in Split.

Hvar – Glamour und Lavendel
Katamaran ab Split nach Hvar-Stadt: eine Stunde. Alternativ Autofähre nach Stari Grad auf der Nordseite: zwei Stunden. Hvar ist die Insel, die jeder kennt – und die trotzdem überrascht, wenn man über Hvar-Stadt hinausschaut. Die Stadt selbst ist Instagram-Kroatien: Yachten, Cocktails auf der Piazza, Festung Fortica mit Sonnenuntergang. Für manche zu viel, für andere genau richtig. Das andere Hvar beginnt hinter der Küste. Stari Grad im Norden war einst griechische Kolonie und hat eine der ältesten Kulturlandschaften Europas – die Stari-Grad-Ebene ist UNESCO-Welterbe. Im Inselinneren wächst Lavendel auf kargen Terrassen, und die Dörfer Velo Grablje und Malo Grablje sind fast verlassen, aber faszinierend. Wer ein Weingut besuchen will, fährt nach Jelsa oder Ivan Dolac – der Plavac Mali von den steilen Südhängen gehört zu den besten Rotweinen Kroatiens. Ein Bootsausflug zu den Pakleni-Inseln (Palmižana) ist Pflicht für alle, die kristallklare Badebuchten ohne Hotelburgen suchen.
Vis – Das militärische Geheimnis
Fähre oder Katamaran ab Split oder Hvar: 1 bis 2,5 Stunden je nach Verbindung. Vis war bis 1989 jugoslawisches Militärsperrgebiet. Keine Hotels, keine Touristen, keine Bausünden – dreißig Jahre Isolation haben die Insel konserviert wie in einer Zeitkapsel. Vis-Stadt hat den gelassensten Hafen Dalmatiens: Fischerboote, ein paar Segelyachten, keine Kreuzfahrtschiffe. Komiža auf der Westseite ist ein Fischerdorf, das sich nicht verkleidet hat. Von dort startet der Bootsausflug zur Blauen Grotte auf Biševo – ein Naturphänomen, bei dem das Sonnenlicht das Wasser in der Höhle unwirklich blau leuchten lässt. Die Stiniva-Bucht an der Südküste, eingeklemmt zwischen zwei Felswänden, wurde zum schönsten Strand Europas gewählt. Der Abstieg dauert 20 Minuten über einen steilen Pfad, aber unten angekommen versteht man warum.

Korcula – Mini-Dubrovnik ohne die Massen
Katamaran ab Hvar oder Split (1,5 bis 3 Stunden). Korčula-Stadt liegt auf einer Halbinsel, umgeben von Mauern und Türmen, mit Gassen, die fischgrätenartig angelegt wurden – angeblich um den Wind zu brechen. Marco Polo soll hier geboren sein (Venedig behauptet das auch, der Streit läuft seit Jahrhunderten). Das Marco-Polo-Museum erzählt die Geschichte, ohne sich festzulegen. Die Kathedrale Sveti Marko hat ein Tintoretto-Gemälde, das allein den Besuch wert ist. Außerhalb der Stadt warten die Weingüter: Grk, eine autochthone Rebsorte, wächst fast nur auf Korčula. Die Strände Pupnatska Luka und Žitna im Süden sind versteckte Buchten, die man mit dem Roller in zwanzig Minuten erreicht.
Wer von hier zurück nach Split will, nimmt den Katamaran. Wer weiter nach Dubrovnik möchte, setzt nach Orebić auf der Pelješac-Halbinsel über und fährt mit dem Bus weiter – oder nimmt den direkten Katamaran.
Route 3: Süddalmatien – Dubrovnik, Elafiti, Mljet und Korcula
Die entspannteste Route. Weniger Touristen, kürzere Distanzen, mehr Natur. Wer Dubrovnik als Basis nimmt und genug von Altstadtmauern und Menschenmassen hat, findet auf den Inseln davor eine willkommene Entschleunigung.
Dauer: 7–10 Tage Schwierigkeit: Einfach (gute Verbindungen ab Dubrovnik)
Elafiti-Inseln – Der Tagesausflug, der zum Kurzurlaub wird
Die drei Elafiti-Inseln Koločep, Lopud und Šipan liegen so nah an Dubrovnik, dass man sie in einem Tag besuchen kann. Die meisten Touristen machen genau das – mit einer organisierten Bootstour. Besser: auf Lopud oder Šipan zwei Nächte bleiben. Lopud hat einen Sandstrand (Šunj), der in Süddalmatien seinesgleichen sucht, und ein verfallenes Kloster, durch das man einfach spazieren kann. Šipan ist die größte der drei und die ruhigste: zwei Dörfer, Olivenhaine, keine Autos, und abends sitzt man in einer Konoba am Hafen, in der der Wirt gleichzeitig Fischer ist. Koločep ist so klein, dass man in einer Stunde um die ganze Insel wandern kann. Die Fähre ab Dubrovnik (Jadrolinija) hält auf allen drei Inseln und kostet unter 5 Euro pro Strecke.

Mljet – Die grüne Insel
Katamaran ab Dubrovnik nach Polače oder Sobra: 1,5 Stunden. Mljet ist die grünste Insel Kroatiens – zwei Drittel sind Nationalpark mit uraltem Pinienwald, und mittendrin liegen zwei Salzwasserseen, die durch einen Kanal mit dem Meer verbunden sind. Auf einer Insel im größeren See (Veliko Jezero) steht ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert – eine Insel im See auf einer Insel. Klingt absurd, sieht magisch aus. Man kann die Seen mit dem Kajak oder Ruderboot erkunden, um die Seen herum radfahren oder einfach an den flachen Ufern schwimmen. Die Odysseus-Höhle an der Südküste soll der Ort sein, an dem Odysseus sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso gefangen war. Die Höhle selbst ist beeindruckend, die Legende macht sie noch besser. Die Unterkünfte auf Mljet sind begrenzt – in Pomena und Polače gibt es Apartments und ein Hotel, aber im August wird es eng. Vorbuchen ist hier keine Empfehlung, sondern Pflicht.
Von Mljet nach Korcula und zurück
Katamaran ab Mljet (Polače) nach Korčula: 45 Minuten. Diese Verbindung macht die Süddalmatien-Route so praktisch – man kann Dubrovnik, Mljet und Korčula in einer Schleife verbinden, ohne denselben Weg zurückzufahren. Von Korčula geht es direkt per Katamaran zurück nach Dubrovnik (etwa 2 Stunden) oder über Pelješac mit dem Bus weiter die Küste entlang.
Route 4: Kvarner – Krk, Rab, Cres und Losinj
Die Alternative zu Dalmatien. Die Kvarner-Inseln liegen im Norden, zwischen Rijeka und Senj, sind rauer, wilder und weniger überlaufen. Der große Vorteil: Krk ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden, Cres und Lošinj hängen über eine Drehbrücke zusammen, und dazwischen liegen kurze Fährstrecken. Man kann diese Route komplett mit dem Auto machen, muss aber nicht.
Dauer: 7–10 Tage Schwierigkeit: Mit Auto am einfachsten, ohne Auto machbar
Krk – Die zugänglichste Insel
Krk erreicht man über die Krk-Brücke – kein Fährticket nötig, kein Warten. Die Insel ist vielfältig: Krk-Stadt hat eine kompakte Altstadt mit Kathedrale und römischen Mosaiken, Vrbnik klebt auf einer Klippe über dem Meer und ist berühmt für die Weißweinsorte Žlahtina, Baška im Süden hat einen der breitesten Kiesstrände der Adria mit der Bergkulisse des Velebit dahinter. Das Innere der Insel ist karg und steinig – typische Kvarner-Landschaft, die von der Bora-Wind geprägt wurde. Von Valbiska an der Westküste fährt die Fähre nach Merag auf Cres (30 Minuten), und von Baška nach Lopar auf Rab (etwa eine Stunde).

Rab – Sandstrände und mittelalterliche Türme
Die Fähre ab Baška (Krk) nach Lopar (Rab) fährt in der Saison mehrmals täglich. Rab hat etwas, das in Kroatien selten ist: echte Sandstrände. Die Bucht von Lopar im Norden – genannt Rajska Plaža, Paradiesstrand – hat flaches, warmes Wasser und feinen Sand, perfekt für Familien mit kleinen Kindern. Rab-Stadt auf der anderen Seite der Insel ist das Gegenprogramm: vier mittelalterliche Glockentürme ragen über die Altstadt, die auf einer schmalen Halbinsel liegt. Die Rapska Torta, ein Mandelkuchen nach uraltem Rezept, bekommt man in den Konditoreien der Altstadt. Im Inselinneren wachsen Steineichen in dichten Wäldern, und die Westküste hat einsame Buchten, die man über unbefestigte Wege erreicht. Von Rab fährt eine Autofähre nach Jablanac auf dem Festland – oder man setzt zurück nach Krk über und fährt von dort nach Cres.
Cres – Wild und einsam
Fähre ab Valbiska (Krk) nach Merag (Cres): 30 Minuten. Alternativ ab Brestova (Festland, bei Opatija) nach Porozina im Norden: 20 Minuten. Cres ist die zweitgrößte Insel Kroatiens und fühlt sich an wie ein eigenes Land. Der Norden ist karg und windgeprägt, mit dem Dorf Beli, wo ein Gänsegeier-Schutzprogramm die letzten Kolonien dieser riesigen Vögel betreut. In der Mitte liegt der Vrana-See – Süßwasser, auf einer Insel, auf Meereshöhe, niemand weiß genau woher das Wasser kommt. Cres-Stadt an der Westküste hat einen kleinen Hafen und venezianische Architektur. Lubenice, ein Dorf auf einer Klippe 380 Meter über dem Meer, bietet einen der dramatischsten Ausblicke Kroatiens – und darunter liegt eine Bucht, die man über einen steilen Pfad erreicht.
Losinj – Delfine und Kiefernwälder
Eine Drehbrücke verbindet Cres und Lošinj bei Osor – keine Fähre nötig, die Brücke öffnet sich zweimal täglich für Segelboote. Lošinj ist grüner und touristischer als Cres, aber auf eine angenehme Art. Mali Lošinj hat den schönsten natürlichen Hafen der Kvarner-Bucht, umgeben von pastellfarbenen Häusern. Die Čikat-Bucht westlich der Stadt verbindet Kiefernwald mit Kiesstränden und ist ein Paradies für Familien. Lošinj ist bekannt für seine Delfin-Population – die Meeressäuger leben ganzjährig in den Gewässern um die Insel, und von Mali Lošinj starten Beobachtungstouren mit Meeresbiologen. Das Apoxyomenos-Museum zeigt eine griechische Bronzestatue, die Fischer 1999 vor der Küste aus dem Meer gezogen haben.
Fähren und Katamarane – Was du wissen musst
Das Fährsystem in Kroatien funktioniert gut, aber man muss verstehen, welche Gesellschaft was anbietet und wann man buchen sollte.
Jadrolinija – Der Platzhirsch
Jadrolinija ist die staatliche Fährgesellschaft und betreibt den Großteil der Verbindungen. Autofähren (Trajekte) und Katamarane auf allen wichtigen Strecken: Split–Hvar, Split–Vis, Zadar–Dugi Otok, Rijeka–Rab, und dutzende mehr. Die Preise sind subventioniert und damit günstiger als bei privaten Anbietern. Die Website jadrolinija.hr funktioniert, ist aber nicht die intuitivste – am besten die Strecke direkt eingeben statt im Fahrplan zu suchen. Im Sommer unbedingt online vorbuchen, besonders für Autofähren. Fußpassagiere kommen bei Autofähren meistens ohne Reservierung drauf, aber auf beliebten Katamaran-Strecken (Split–Hvar) kann es im Juli und August passieren, dass man vor ausverkauften Schiffen steht.

Krilo und Kapetan Luka – Schnelle Katamarane
Private Betreiber, die die touristisch wichtigsten Strecken bedienen: Split–Hvar–Korčula–Dubrovnik, Split–Bol–Hvar, und einige mehr. Moderner, schneller, bequemer als Jadrolinija-Katamarane – und teurer. Die Schiffe sind klimatisiert, haben zugewiesene Sitzplätze und ein kleines Café an Bord. Nur Fußpassagiere, keine Autos, kein schweres Gepäck (Koffer sind okay, Fahrräder meist nicht). Buchung über krilolines.hr oder kapfryhrcatlines.hr. Im Sommer zwei bis drei Wochen im Voraus buchen. Diese Katamarane sind oft die beste Option, um ohne Auto von Insel zu Insel zu kommen, weil sie direkte Verbindungen anbieten, die Jadrolinija nicht hat.
TP Line und andere kleine Betreiber
TP Line bedient Strecken in Süddalmatien, vor allem Dubrovnik–Elafiti–Mljet–Korčula. Kleinere lokale Betreiber gibt es auf einzelnen Strecken – etwa die Baška-Lopar-Fähre zwischen Krk und Rab. Fahrpläne findet man oft nur auf lokalen Websites oder am Hafen selbst. Für die Kvarner-Inseln ist Rapska Plovidba ein wichtiger Betreiber.
Buchungstipps
Katamarane im Sommer (Juli–August) immer mindestens eine Woche vorher buchen. Autofähren mit Fahrzeug: zwei Wochen, auf beliebten Strecken sogar drei. Die Fahrpläne ändern sich saisonal – Sommerfahrpläne gelten meist von Mitte Juni bis Mitte September, in der Nebensaison fahren deutlich weniger Schiffe. Fahrpläne werden meistens Ende Mai für den Sommer veröffentlicht. Rückfahrten nicht vergessen zu buchen – wer hin kommt, muss auch zurückkommen, und manche Rückfahrten sind schneller ausverkauft als die Hinfahrt.
Mit oder ohne Auto?
Diese Frage spaltet Inselhopper mehr als jede andere. Beide Varianten haben klare Vor- und Nachteile, und die richtige Antwort hängt davon ab, wie man reisen will.
Ohne Auto – Die flexible Variante
Katamarane fahren häufiger als Autofähren, sind schneller und kosten weniger. Man spart sich das Anstehen in der Warteschlange am Hafen, die höheren Fährpreise für Fahrzeuge und die Parkplatzsuche auf den Inseln (die im Sommer nervenaufreibend sein kann). Auf den Inseln kommt man mit Rollern (15–30 Euro pro Tag), Bussen und zu Fuß zurecht. Auf kleinen Inseln wie Vis, Mljet oder den Elafiti braucht man ohnehin kein Auto. Der einzige Nachteil: Auf größeren Inseln wie Brač, Cres oder Hvar, wo die Sehenswürdigkeiten weit auseinander liegen, wird es ohne eigenen fahrbaren Untersatz umständlich. Ein Roller löst das Problem meistens, aber bei Regen oder zu viert mit Kindern stößt das Rollerkonzept an Grenzen.
Mit Auto – Die bequeme Variante
Für die Kvarner-Route (Krk, Cres, Lošinj) ist ein Auto fast unverzichtbar – die Inseln sind groß, öffentliche Verkehrsmittel selten, und die Brückenverbindung nach Krk macht den Einstieg mühelos. Auch auf Brač und Hvar ist ein Auto praktisch, um die versteckten Buchten und Dörfer im Inneren zu erreichen. Die Nachteile: Autofähren sind teurer (eine einfache Fahrt Split–Stari Grad kostet mit Auto 40–50 Euro statt 8 Euro für Fußpassagiere), fahren seltener, und im Sommer muss man Stunden vor Abfahrt am Hafen sein, um einen Platz zu bekommen. Auf Hvar und Korčula sind die Straßen schmal, Parkplätze in den Altstädten praktisch nicht vorhanden, und man zahlt Parkgebühren, die in keinem Verhältnis stehen.
Die Empfehlung: Für Dalmatien-Routen (Routen 1–3) ohne Auto reisen und auf den Inseln Roller mieten. Für die Kvarner-Route (Route 4) mit Auto fahren. Wer Flexibilität will, aber kein eigenes Auto mitschleppen möchte, kann auf den größeren Inseln für ein oder zwei Tage einen Mietwagen nehmen – das kostet ab 30 Euro pro Tag und spart die Autofähre.
Budget und Planung
Was kostet Inselhopping pro Person?
Die Kosten hängen stark davon ab, ob man mit Auto oder ohne reist und in welcher Saison. Hier eine realistische Aufschlüsselung für eine Woche:
Budget-Variante (ohne Auto, einfache Unterkünfte):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Fähren/Katamarane (3–4 Strecken) | 40–60 € |
| Unterkunft (einfaches Apartment) | 200–350 € |
| Essen (Selbstkochen + günstige Konobas) | 150–200 € |
| Rollermiete (3 Tage) | 50–90 € |
| Gesamt pro Person | 440–700 € |
Komfort-Variante (ohne Auto, gute Apartments und Restaurants):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Fähren/Katamarane (3–4 Strecken) | 50–80 € |
| Unterkunft (gehobene Apartments/Boutique) | 400–650 € |
| Essen (Restaurants, Fisch, Wein) | 300–450 € |
| Rollermiete + Bootsausflüge | 150–250 € |
| Gesamt pro Person | 900–1.430 € |
Auto-Variante (eigenes Auto, Autofähren):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Autofähren (3–4 Strecken) | 150–250 € |
| Benzin | 50–80 € |
| Unterkunft (gute Apartments) | 400–600 € |
| Essen (Mix aus Kochen und Restaurants) | 250–350 € |
| Gesamt pro Person | 850–1.280 € |
Fischrestaurants auf den Inseln sind teurer als auf dem Festland – paradoxerweise muss der Fisch oft per Boot geliefert werden, obwohl man auf einer Insel sitzt. Konobas im Hinterland sind fast immer günstiger als Hafenrestaurants, und das Essen ist oft besser.
Wie viele Tage pro Insel?
Zwei Nächte pro Insel sind das Minimum, um nicht nur den Hafen zu sehen. Drei sind besser. Wer jeden Tag die Fähre nimmt und packt, verbringt den Urlaub mit Logistik statt mit Erleben. Die goldene Regel: drei Inseln in einer Woche, maximal vier in zehn Tagen. Wer fünf Inseln in einer Woche schafft, hat keine davon wirklich gesehen.
Kleine Inseln wie die Elafiti oder Prvić reichen als Tagesausflug oder eine Nacht. Große Inseln wie Hvar, Cres oder Korčula verdienen mindestens drei Tage – auf Hvar kann man leicht eine ganze Woche verbringen, ohne dass es langweilig wird.
Gepäck
Weniger ist mehr, und das ist keine Floskel. Katamarane haben begrenzten Gepäckraum, am Hafen gibt es Treppen, in den Gassen Kopfsteinpflaster, und auf den Roller passt kein Hartschalenkoffer. Ein Rucksack oder eine weiche Reisetasche macht alles einfacher. Sonnencreme und Mückenspray bekommt man auf jeder Insel in der Apotheke – kein Grund, literweise mitzuschleppen. Schnorchel-Ausrüstung lohnt sich dagegen: die Adria ist klar, und die Buchten der Inseln sind die besten Schnorchelspots Kroatiens.
Geld und Versorgung
Kroatien hat 2023 den Euro eingeführt – kein Geldwechsel mehr nötig. Aber: Auf kleinen Inseln gibt es manchmal nur einen Geldautomaten, und manche Vermieter und kleine Konobas nehmen ausschließlich Bargeld. Genug Bargeld dabei haben, besonders auf Vis, Mljet, den Elafiti und Dugi Otok. Supermärkte gibt es auf den größeren Inseln (Konzum, Studenac), aber das Angebot ist eingeschränkt und die Preise höher als auf dem Festland. Wer viel selbst kochen will, sollte die Grundlagen in Split, Zadar oder Dubrovnik einkaufen, bevor es aufs Wasser geht.

Geheimtipps: Die übersehenen Inseln
Solta
Zwischen Split und Brač, aber kaum besucht. Eine Fährstunde von Split, und trotzdem menschenleer. Maslinica im Westen hat einen kleinen Hafen mit einem Boutique-Hotel in einer alten Festung. Das Innere der Insel besteht aus Olivenhainen und verlassenen Dörfern. Für einen ruhigen Zwischenstopp vor oder nach Hvar die perfekte Wahl.
Lastovo
Die abgelegenste bewohnte Insel Kroatiens. Keine Autos im Ort, kaum Touristen, und nachts einer der klarsten Sternenhimmel Europas – Lastovo hat keinerlei Lichtverschmutzung. Die Architektur ist einzigartig: Lastovo-Stadt liegt nicht am Meer, sondern am Hang eines Hügels, und die Häuser haben bizarre Schornsteine, die wie Minarette aussehen. Die Fähre ab Korčula oder Split braucht lange, aber wer die Zeit hat, findet hier ein Kroatien, das es anderswo nicht mehr gibt.
Prvic
Vor Šibenik, winzig, autofrei. Zwei Dörfer (Prvić Luka und Šepurine), eine Handvoll Konobas, absolute Stille. Das Fausto-Vrančić-Museum erinnert an den kroatischen Erfinder, der im 16. Jahrhundert den Fallschirm konzipierte. Die Fähre ab Šibenik oder Vodice braucht 15 Minuten.
Silba
Zwischen Zadar und Lošinj, komplett autofrei. Sandstrände, Ruhe, kaum Infrastruktur – genau das ist der Punkt. Silba ist die Insel für Leute, die ein Buch und sonst nichts brauchen.
Wann ist die beste Zeit?
Mai und Juni sind die perfekte Zeit fürs Inselhopping. Die Fähren fahren bereits im Sommerfahrplan, die Unterkünfte sind noch nicht ausgebucht, das Meer wird warm genug zum Schwimmen (ab Ende Mai), und die Inseln blühen. Im Juni beginnt auf Hvar die Lavendelernte.
September ist fast noch besser. Das Meer ist wärmer als im Juni (24–25 Grad), die Massen sind weg, die Preise sinken, und die Abende sind lang und mild. Mitte September leeren sich die Inseln spürbar, aber die Fähren fahren noch regulär.
Juli und August sind möglich, aber stressig. Fähren ausgebucht, Unterkünfte teuer, Strände voll. Wer im Hochsommer reisen muss, sollte alles vier Wochen vorher buchen und die großen Inseln (Hvar, Brač) zugunsten der ruhigeren (Vis, Dugi Otok, Cres) meiden.
April und Oktober sind nur für Flexible. Manche Fährverbindungen sind eingestellt, Restaurants auf kleinen Inseln geschlossen, das Wetter unberechenbar. Aber wer Einsamkeit sucht und mit einer geschlossenen Konoba leben kann, findet die Inseln im Frühling und Spätherbst in ihrer rohesten, ehrlichsten Form.
Inselhopping in Kroatien ist einfacher und günstiger als die meisten denken. Die Fähren fahren, die Inseln sind nah, und jede hat ihren eigenen Charakter. Der Schlüssel: nicht zu viel auf einmal. Drei Inseln in einer Woche sind perfekt, fünf sind Stress. Die beste Kombination für Erstbesucher: Split als Basis, dann Hvar und Vis. Wer mehr Zeit hat, hängt Korčula und Mljet auf dem Weg nach Dubrovnik dran. Und wer die Massen wirklich hinter sich lassen will, fährt nach Norden – die Kvarner-Inseln und die Zadar-Inseln warten noch darauf, entdeckt zu werden.